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Anwender von Behördennetzen (auf englisch Public Safety and Security
Networks - PSS Networks) sind vor allem die Polizei, die Feuerwehr, Rettungsdienste
und die Grenzwache. Außerdem können die Dienste auch von anderen,
etwas weniger Kommunikationsdienste brauchenden Behörden benutzt werden,
wie z.B. vom Zoll, von Sozialbehörden und der Straßenverwaltung.
Bild 1. das ofizielle TETRA-Logo. [1]
Dieses Dokument beschränkt sich auf allgemeine Eigenschaften von
TETRA-Systemen. Am Anfang wird analysiert, wozu und wofür der TETRA-Standard
benötigt wird und welche Vorteile durch die Standardisierung erreicht
werden können. Danach wird der TETRA-Standard grob umrissen, ausgehend
von technischen Eigenschaften und Systemarchitektur, bis zu den von TETRA
angebotenen Diensten. Zum Schluss werden noch die TETRA-Märkte durchleuchtet,
sowohl aus der Sicht der Anwender als auch der Hersteller im Lichte diverser
TETRA-Projekte.
Ohne zusammenpassende Systeme und Frequenzen würde die Kommunikation zwischen den Behörden nicht nach den Anforderungen des Schengener Abkommens gelingen. Neben der technischen Standardisierung hat man sich auch bemüht, ein gemeinsames Frequenzband europaweit für die Behörden auszuwählen. Nachdem die NATO eines ihrer Frequenzbänder, 380-400 MHz, freigegeben hat, ist es möglich gewesen, jenes Band in fast allen erupäischen Ländern für die Behördennutzung zu definieren.[2]. Mit der gemeinsamen Technologie und den harmoniserten Frequenzbändern wird es zum ersten Mal möglich, ein europaweites, auf einheitlicher Technologie basierendes Behördensystem zu realisieren.
Das Schengener Abkommen ist nicht die einzige treibende Kraft des paneuopäischen
Behördennetzstandards. Viele Länder planen gerade die Erneuerung
ihrer Behördennetze. Der Grund dazu ist, dass die existierenden Systeme
am Ende iher wirtschaflichen Betriebsdauer angelangt sind. [3]. Die heutigen
Behördennetze sind rund 20 Jahre alt, und entsprechen nicht mehr lange
den Anforderungen ihrer Benutzer. Die Instandhaltung der alten analogen Systeme
wird fortlaufend teurer wegen der durch das hohe Alter bedingten immer kürzeren
Service-Intervalle. Jetzt, wo eine große Anzahl euorpäischer
Länder auf alle Fälle ihre Behördennetze erneuern will, ist
es natürlich, nach einheitlichen und standardiesierten Lösungen
zu streben.
Die standardisierten Tehchnologien nützen sowohl den Herstellern als auch den Benutzern. Technologien mit offenen Standards, wie TETRA, haben mehrere unabhängige Gerätehersteller. So haben die Beschaffer die Möglichkeit, einen Lieferanten ihrer Wahl auszusuchen. Mehrere Hersteller minimieren das Risiko aus der Sicht des Anwenders gesehen: Wenn der ausgesuchte Hersteller nicht in der Lage ist, Produkte zu liefern oder aus dem Markt austritt, ist es möglich, von einem anderen Hersteller die Geräte zu beziehen, ohne dass der Anwender die bereits eingeführte Technolgie wechseln müsste. Die große Anzahl von Hertstellern verstärkt auch die Konkurrenz, deren Nutzen der Anwender in niedrigeren Preisen zieht.. Die Preise werden aus der Sicht des Anwenders auch noch dadurch reduziert, dass der Hersteller die Typengenehmigung gemäß Standard vor der Markteinführung einholen muss, somit braucht der Kunde nicht so viele Resourcen, um Geräte verschiedener Hersteller zu testen.
Den Herstellern nutzt ein offener Standard wiederum dadurch, dass die
standardisierten Technologien größere Märkte haben als die
herstellereigenen, nichtstandardisierten Technologien. Und wenn die Märkte
größer werden, sind auch damit die Möglichkeiten eines Unternehmens
besser: man kann mehr Geräte in ganz Europa verkaufen als z.B. nur in
Finnland. Bei größeren Märkten sinken auch die Unternehmensrisiken:
die Chancen, die in Entwicklung investierten Gelder zurückzubekommen
verbessern sich, weil man in größeren Märkten leichter Marktanteile
erobern kann als in kleinen Märkten.
Das Behördennetz muss in Praxis das ganze Land abdecken, nicht nur die Städte und die Hauptverkehrswege. Daher ist es nicht sinnvoll, für jede staatliche Behörde ein eigenes, das ganze Staatsgebiet deckendes Netz zu bauen, sondern man strebt danach, die eine und dieselbe Infrastruktur zwischen allen Behörden zu teilen. Die Behördennetze der Zukunft müssen also nach der Art des TETRA-Standards innerhalb einer physischen Infrastruktur verschiedene "virtuelle Netze" (Virtual Private Network - VPN, siehe Kapitel 3.2 Technische Eigenschaften ) enthalten, die verschiedenen Organisationen gehören.
Eine wichtige Eigenschaft der Behördennetze sind die Gruppenrufe. Der größte Teil der Kommunikation zwischen den Teilnehmers geschieht in Form von Gruppenrufen, z.B. rufen die Feuerwehrleute, die gerade ein Feuer löschen, sich nicht einzeln an, sondern machen vom mächtigeren Gruppenruf Gebrauch, wobei die Information mit einem Anruf an alle geleitet werden kann, die sie brauchen. In Notfällen muss garantiert werden, dass der Anrufer in Not schnell und unabhängig von der Belastung des Netzes seine Nachricht ans Ziel bringt. Die Aufbauzeit des Notrufes sowie auch eines Individualrufes ist im Behördennert sehr kurz, nur Sekundenbruchteile.
Die Sicherheit ist auch eine wichtige Eigenschaft in einem Behördennetz. Heute läuft zwar z.B. der Polizeifunk durch den Äther völlig unverschlüsselt, die Behördennetze der Zukunft müssen aber effiziente und zuverlässige Verschlüsselungsmethoden bieten können, sowohl für die Funkverbindung als auch für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
Es ist schwierig, die oben erwähnten Eigenschaften in existierenden, allegemein verwendeten Standards zu finden. GSM, z.B., kann weder die von Behörden verlangten Gruppenrufe noch priorisierte Anrufe (z.B. Notruf) bieten. Zumindest vorläufig sind die Anforderungen an Behördennetze so viel strenger als die der normalen Telekomnetze, dass die Behördennetze mit eigener Technik realisert werden müssen. Dazu wurde der TETRA-Standard entworfen.
Die Vorbereritung des TETRA-Standards begann am Ende der 80er Jahre. Im Jahre 1990 bat ETSI verschiedende Gerätehersteller der Telekombranche darum, einen eigenen Vorschlag für die TETRA-Technologie vorzubereiten und einzusenden. Auf diese Anfrage haben insgesamt 6 Hersteller geantwortet, unter ihnen u.a. Nokia und Motorola. Im Jahr 1991 wurde auf Grund der Vorschläge die Grundlage für die künftige TETRA-Technologie beschlossen, wonach man mit den eigentlichen Standardisierungsarbeit beginnen konnte. In Grundzügen wurde die Arbeit im Jahre 1995 abgeschlossen, als die erste Version des TETRA-Standards veröffentlicht wurde. Wie bei GSM, wird dei Standardisierung mit neuen Eigenschaften und Diensten fortlaufend weitergeführt. [5]
Ein wichtiger Meilenstein in der TETRA-Entwicklung wurde im Dezember
1994 erreicht, als das TETRA Memorandum of Understanding (MoU) gegründet
wurde. Der Sinn des MoU ist es, die Stellung des TETRA-Standards auf dem Markt
zu befestigen. Zur Zeit gehören dazu 68 Unternehmen aus 19 Ländern
(Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien,
Israel, Italien, Japan, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich,
Polen, Schweden, Singapur, Spanien, Ungarn, USA) [6].
TETRA verwendet auf der Funkstrecke (siehe Kapitel 3.5 Schnittstellen) die Zeitschlitztechnik (Time Division Multiple Access - TDMA). Die Funkfrequenz ist in Bänder von je 25 kHz aufgeteilt und zwar so, dass über jedes 25 kHz Band 4 Verkehrskanäle übertragen werden. Entsprechend hat man bei GSM auf ein Band von 200 kHz 8 Verkehrskanäle hineingegeben; mit anderen Worten: TETRA verwendet, gemessen im Verkehrskanal, den Funkweg vier Mal effizienter aus als GSM. (TETRA: 8 * 4 Kanäle / 25 kHz / = 32 Kanäle / 200 kHz). Die Kapazität eines Verkehrskanals beträgt 9 kbits/s, wovon insgesamt 7,2 kbits/s nutzbar sind. Der Rest wird fürs Senden von verschiedenen Steuerungs- und Kontrolldaten verwendet. TETRA verwendet für die Codierung der Sprache den ACELP Codec, womit die Sprache auf 4,6 kbits/s komprimiert werden kann. [7]
Die TETRA-Telefone unterscheiden sich etwas von althergebrachten Mobiltelefonen. Der auffallendste Unterschied ist vielleicht die Sprechtaste (wenn über die Sprechtaste der TETRA-Telefone geprochen wird, aollte man sich daran erinnern, dass die Behördenfunkgeräte immer mit Sprechtaste versehen waren; es handelt sich also nicht um die Verschlechterung der Technik sondern um die Übertragung der alten, bekannten Eigenschaften der Funkgeräte in die moderne Technologie.) Der Benutzer kann also nur gehört werden, wenn er beim Reden die Sprechtaste drückt. Dann muss der Gesprächspartner nur zuhören und darauf warten, dass er daran kommt. Es handlet sich also um ein System, das Half-Duplex-Gespräche bietet. Zu TETRA gehören aber auch normale Duplex-Gespräche, bei denen die beiden Beteiligten sowohl sprechen als auch zuhören können. Das TETRA-System bietet also sowohl allen bekannte Duplex-Gespräche als auch für Behörden passendere Half-Duplex-Gespräche.
Die Nützlichkeit der Telefone mit Sprechtaste kommt bei Gruppengesprächen
besonders klar zum Vorschein. Für jedes Gespräch wird nur
ein Verkehrkanal reserviert, weil jeweils nur ein Teilnehmer das Wort haben
kann. Die anderen Teilnehmer, die also nicht daran sind, hören nur dem
Kanal zu. Die Half-Duplex-Gespräche sparen bedeutend Resourcen, man
braucht z.B. für ein Gruppengespräch von 20 Personen nur einen
Verkehrskanal, während ein entsprechendes Duplex-Gruppengespräch
für jedes Grupenmitglied einen Duplex-Kanal erfordern würde. Die
Half-Duplex-Gespräche sparen also in der ersten Linie Resourcen, sie
bringen aber mit sich auch eine Anwendugnsdisziplin, wie sie von Behörden
erwünscht wird: keiner kann einen anderen "niederreden", weil das gar
nicht möglich ist. In Praxis funktionieren die Gruppengespräche
bei TETRA so, daß ein Gruppenmitglied, das sprechen will, auf die Sprechtaste
drückt. Wenn ein anderer gerade das Wort hat, muß der, der zu
sprechen wünscht, in einer Warteschlange weilen, bis er das Wort bekommt.
Wenn er daran kommt, zeigt das Telefon z.B. durchs Piepsen die Sprechbereitschaft
an. Und wenn er dann die Sprechtaste wieder losläßt, kommt der
Nächste daran.
Der TETRA-Standard bietet die Möglichkeit, ein
phykalisches Netz unter verschiedenen Organisationen aufzuteilen. Jede Benutzergruppe
kann das Netz so ausnützen, wie stünde das ganze Netz nur ihr zur
Verfügung. Man spricht dann über virtuelle Netze (Virtual Private
Network - VPN). Das TETRA-System garantiert die Sicherheit der sowohl organisationsinternen
virtuellen Netze als auch des Zusammenspiels der virtuellen Netze so, daß
die Benutzer der virtuellen Netze sich gegenseitig nicht beeinträchtigen
können [8]. Die virtuellen Netze haben abgesehen von Kosteneffizienz,
auch andere Vorteile: Die Kommunikation zwischen verschiedenen Organisationen
gelingt mühelos, weil die virtuellen Netze der Benutzergaruppen ja einem
physikalischen Netzt vereint sind und so leicht aneinander zu koppeln sind.
Die Eigenschaften des TETRA-Netzes ermöglichen also z.B. den Aufbau
eines bundes-/landesweiten Behördennetzes, in dem jeded Organisation
(Polizei, Gendarmerie, Feuerwehren, Rettungsdienste) ihe eigenes virtuelles
Netz benutzt und die Kommunikation zwischen den Organisationen reibungslos
verläuft.
Die Authentizierung bei TETRA kann in zwei Richtungen passieren: das Netz kann in GSM-Manier das Telefon authentizieren, bei TETRA kann aber auch das Telefon das Netz authentizieren. So wird es verhindert, dass sich das Telefon an ein "feindliches" Netz anbindet, und dass Informationen in falsche Hände geraten können. Der Gebrauch von gestohlenen Telefonen kann bei TETRA verhindert werden. Alternativ können die Bewegungen von gestohlenen Geräten im Netz verfolgt werden. [7]
Bei TETRA werden außer dem Gespräch und den Daten noch zusätzlich die ganze Signalisierung und die Identitätsnummern verschüsselt. IM TETRA-Standard sind zwei Verschüsselungsmechanismen definiert worden:
Über die oben erwähnten Sicherheitsmerkmale hinaus bietet TETRA
noch eine für Behördennetze wichtige Eigenschaftt: das Erkennen
der Störung (jamming detection). Dat TETRA-System beobachtet fortlaufend
seine Funksignale und gibt beim Erkennen von absichtlichen Funkstörungen
eine Warnung. Danach versucht das TETRA-System den Verkehr auf Frequenzen
umzuleiten, die nicht gestört werden. [7]
Es gibt zweierlei TETRA-Telefone für verschiedene Gelegenheiten und Anwendungen. Die fest an Fahrzeuge gebundenen Telefone bieten vielseitigere Eigenschaften und eine längere Benützungsdauer, weil als Stromquelle des Telefons die Fahreugbatterie dient. Die den Handies ähnlichen Handfunkeräte wiederum sind dazu entwickelt worden, den Strapatzen der oft harten Feldarbeit standzuhalten und so dei TETRA-Verbindung bei allen Behördenoperationen zu garantieren. Der Benutzer kann selbst die Sendeleistung des Telefons bestimmen und so den Ladezustand und auf der anderen Seite die Deckung beeinflussen.
Dis Dispatcher Station (DST) auf Bild 2 ist ein typischer Teil des Behördennetzes.
Der Dispatcher ist eine Person, die die Aufgaben an das Personal im Feldeinsatz
(z.B. Polizeitruppe) verteilt und die Durchführung der Aufgaben und die
Entwicklung der Situation verfolgt. Dispatcher könnte also als "Operationsleiter"
übersetzt werden, der mit deinem Endgerät mit dem Feldpersonal
kommuniziert. Über sein Endgerät kann der Dispatcher auch den Verkehr
des TETRA-Netzes kontrollieren und verwaltende Maßnahmen setzen, wie
z.B. die Verwaltung der Gruppen- und Benutzerdaten. Der Dispatcher kann sich
auch an jedes aktuelle Gruppen- oder Individualgespräch anschalten.
Bild 3. Die im TETRA-Standard definierten Schnittstellen. [7]
Im TETRA-Standard isr die Schnittstelle zwischen den Basisstationen (TBS) und der Vermittlungsstelle (DXT) nicht definiert worden. Jeder Hersteller darf also selbst entscheiden, wie die Basisstationen und dir Vermittlungsstelle miteinander verbunden werden. Weil also diese Schnittstelle herstellerabhängig ist, müssen alle Basisstationen und die Vermittlungsstelle vom selben Hersteller gakauft werden. TETRA-Netzt von verschiedenen Herstellern können miteinander über die ISI-Schnittstelle verbunden werden. Die Mobilendgeräte können hingegen von Wunschherstellern gekauft werden, genauso wie bei GSM.
DMO wurde z.B. für Situationen entworden, wo man außerhalb der physikalischen Deckung des TETRA-Netzes arbeiten muß. Außerdem ist DMO nützlich, wenn das TETRA-Netz z.B. in deiner Katastrophensituation nicht funktioniert. Dann ermöglicht DMO die lebenswichtige Kommunikation der Behörden und das Fortsetzen der Rettungsarbeiten. Auch wenn die Kapazität des TETRA-Netzes in bestimmten Gebieten begrenzt ist, kann man bei großen Behördenoperationen bei Stauungen DMO-Gepräche ausnützen.
Es gibt drei Typen von DMO-Gesprächen:
Bild 4. [7]
1. Ein einfaches DMO-Gespräch zwischen zwei Telefonen
Bild 5. [7]
2. Ein im Fahrzeug installiertes Mobilendgerät funktioniert
als Repeater zwischen zei Telefonen. So kann man die Deckung des TETRA-Netzes
erweitern oder ein sehr einfaches Funknetz mit einem Kanal aufbauen.
Kuva 6. [7]
3. Das Fahrzeugtelefon fungiert als Gateway zum physikalischen TETRA-Netz
für Mobilgeräte, die im DMO-Modus arbeiten. Das Gateway-Mobilgerät
muß für diese Aufgabe geeignet sein, denn das Gateway-Telefon muß
gleichzeitig den normalen TETRA-Verkehr mit der BAsisstaion abwickeln und
gleichzeitig den DMO-Verkehr mit den Mobilendgeräten aufrechterhalten
können. Mit einem Gateway kann man kurzfristig die Deckung des TETRA-Netzes
erweitern.
Die Datenübertragung bei TETRA bietet
verschiedene Übertragungsgeschwindigkeiten und Sicherheitsebenen. Die
unten stehende Tabelle zählt die Serviceebenen auf [7]:
| Circuit mode data 7,2 / 14,4 / 21,6 / 28,8 kbit/s |
| Circuit mode protected data 4,8 / 9,6 / 14,4 / 19,2 kbit/s |
| Circuit mode heavily protected data 2,4 / 4,8 / 7,2 / 9,6 kbit/s |
| Connectionless packet data (TCP/IP) |
Tabelle 1. Datenübertragungsdienste von TETRA.
Die maximale Geschwindigkeit beim Datentransfer beträgt 28,8 kbits/s. Diese Geschwindigkeit wird erreicht, indem man anstatt eines Verkehrkanals alle vier Verkehrskanäle des 25 kHz Bandes zusammenbündelt. Entsrpechend wird die Geschwindigkeit von 21,6 kbits/s durch die Bündelung von 3 Sprachkanälen erreicht, usw.
Außer den Sprach- und Datendiensten
bietet TETRA eine Reihe von Diensten, wie es sie auch in GSM gibt. Insgesamt
hat man in TETRA bisher 30 Zusatzdienste, unter denen auch einige nur für
Behördennetze relevante Sonderdienste zu finden sind, wie z.B. Ambience
Listening. Die Tabelle unten erwähnt einige TETRA-Zusatzdienste (RU =
Radio Unit) [4]:
| Ambience Listening | Dispatcher may turn on the transmitter of RU. Can be used in hijack situations to listen what is happening in the vehicle. |
| Discrete Listening | Authorised RU may monitor communication without being identified. |
| Calling Line Identification | Displays the unit ID of calling party. |
| Called Line Identification | Displays the unit ID of the called party. |
| Talking Party Identification | RU automatically identifies itself whilst in a group call. |
| Call Forward | Allows an RU to forward all calls to another RU. |
| List Search Call | Incoming call will sequence through a user defined list until call is answered. |
| Include Call | Ability to include an RU in an existing call. |
Tabelle 2. Beispiele von TETRA-Zusatzdiensten.
Außer den im Standard enthaltenen TETRA-Diensten wurden auch einige Anwendungen realisiert, die an sich nicht direkt mit dem TETRA-Standard zu tun haben sondern TETRA nur als Anwendungsplattform ausnützen. Eine solche Anwendung ist das Einfügen der GPS-Positionierung ins TETRA-Netz. Das System funktioniert so, daß die GPS-Postitionsdaten des Fahrzeuges automatich im TETRA-Netz an den Dispatcher übermittelt werden. So kann der Dispatcher die Bewegungen der ihm unterstellten Fahrzeuge am Schirm verfolgen und die Aufgaben so verteilen, dass jede Aufgabe vom geografisch nächstem Fahrzeug wahrgenommen werden kann.
Eine zweite vergleichbare Anwendung ist das Senden der Steckbriefbilder
direkt von der Polizeiwachstube an alle an der Fahndung beteiligten Fahrzeuge.
So kann man die Operationen effizienter gestalten und beschleunigen, wenn
jeder nicht extra die Bilder der gesuchten Personen von der Wachstube holen
muss. Entsprechend könnte die Polizei nach der Festnahme die Fingerabdrücke
vor Ort nehmen und an die Wachstube zum Vergeleichen übertragen. So können
unnötige Festnahmen vermieden werden.
Trotzdem, dass TETRA hauptsächlich nach den Bedürfnissen der Behörden entwickelt wurde, eignet sich das System auch für Bedürfnisse von anderen professionellen Organisationen. TETRA wird neben den Behörden auch heftig für Zivilanwendungen vermarktet, hauptsächlich an große Unternehmen und Organisationen, die für ihre tägliche Routine viel Kommunikation brauchen. Solche Anwender sind typisch z.B. Bahngesellschaften, Transportunternehmen, große Industrieanlagen, Flughäfen, EVUs und Baufirmen. In England ist man auch schon daran, ein TETRA-Netz zu bauen, aus dem der Operator Kapazitäten an zivile Organisationen verkauft (siehe 4.3 TETRA-Projekte).
Es wird geschätzt, dass es auf der Welt insgesamt 5-10 Millionen
TETRA-Anwender im Jahr 2010 geben wird.
MANUFACTURER
TETRA Products
| Cleartone | terminals | |
| COMDAT | terminals | |
| Frequentis | infrastructure | |
| Kenwood | terminals | |
| Maxon | terminals | |
| Motorola | terminals | infrastructure |
| Nokia | terminals | infrastructure |
| OTE | terminals | infrastructure |
| Rhode & Schwartz | infrastructure | |
| Simoco | terminals | infrastructure |
| Tait | terminals | infrastructure |
Tabelle 3. TETRA-Hersteller.
Motorola, Nokia und Simoco (mit Frequentis) sind in der Entwicklung des
TETRA-Systems am weitesten fortgeschritten. Die Spitze der Entwicklung bildet
Nokia, am Platz zwei folgt mit einer Verzögerung von einigen Monaten
Motorola.
Am weitesten gediehen ist die Erneuerung des Behördennetzes in Finnland, wo der Staat und Nokia einen Vertrag über die Lieferung eines TETRA-Systems im Wert von FIM 400 Mio. abgeschlossen haben. Der Vertrag enthält nicht die Endgeräte, ihre Beschaffung wird auf der lokalen Ebene entschieden. Das Netz ist derzeit unter dem Namen VIRVE bekannt. In ganz Finnland werden für TETRA 800-1000 Basisstationen errichtet, die Inbetriebnahme des Netzes begann im Jahrt 1998, zuerst in Südostfinnland und auf den Schären von Turku (Südwestfinnland) Im vollen Ausmaß umfasst das Netz ca. 50 000 Benutzer.
In Finnland gibt es auch ein zweites funktionierendes TETRA-Netz: HelenNet von Helsinki Energia (EVU). HelenNet hat auch eine weltweite Bedeutung, indem es das erste im operativen Bertrieb befindliche TETRA-Netz weltweit war.[9]
Der bedeutendeste TETRA-Projekt in Europa ist derzeit das Dolphin-Netz,
das durch den britischen Operator Dolphin Telecommunications betrieben wird.
Dolphin ist nicht als Behördennetz konzipiert, sondern der Operator will
Netzkapazität an Zivilorganisationen verkaufen. Jede Organisation kann
sein eigenes virtuelles Netz kaufen und TETRA-Dienste ausnutzen, ohne andere
zu stören. Das Dolphin-Netz wird von Nokia geliefert. Der Wert des Verkaufes
beträgt etwa FIM 450 Mio. Das Netz soll noch im Jahr 1999 in Betrieb
gehen.
Weil TETRA für professionelle Anwendung, nicht für die großen
Massen, geplant wurde, wird die Anwendergemeinde nie so groß sein wie
z.B. bei GSM. Damit kann TETRA auch nicht ein riesiger kommerzieller Erfolg
wie GSM werden. Trotzdem hat TETRA auch außerhalb von Europa für
Interesse gesorgt. Ob TETRA, wie GSM, ein weltweiter Standard werden wird,
wird größtenteils mit dem Erfolg der laufenden eropäischen
TETRA-Projekte entschieden. Wenn TETRA als europaweite Technologie in Betrieb
genommen wird, wächst die Glaubwürdigkeit des Systems gewaltig
auch in den Augen der übrigen Welt.